Bürgermeisterbrief März
Mit ungefähr 14 Jahren besuchte ich im Rahmen einer Exkursion das Schloss Porcia. Uns wurden damals alle Räume, das Museum und der Ortenburgerkeller gezeigt und deren Geschichten erzählt. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als ich im Gemeinderatssaal die Bildergalerie der einstigen Bürgermeister sah und unseren Schlossführer fragte, wie man denn zu so einem Bild kommen kann. Seine Antwort war sehr forsch, aber eindeutig. „Schau, dass Du Bürgermeister wirst, dann hängt Dein Bild hier an der Wand.“ Gesagt, getan.
Mittlerweile ist es mir eine Ehre, der längstdienenende Bürgermeister in der Geschichte der Stadtgemeinde Spittal zu sein. Ich durfte in den letzten Wochen Bürgermeister-Legenden wie Hans Schober, Hans Hatz, Franz Jamnig und vor allem Hellmuth Drewes in der Dauer ihrer Amtszeit „überholen“. Das macht mich nicht nur sehr stolz, sondern auch nachdenklich. Denn die Zeiten, auf die wir zusteuern, werden nicht einfach. Mittlerweile hat die größte Wirtschaftskrise in der jüngeren
Geschichte Österreich erreicht und macht auch vor unserer Stadt nicht Halt. Es gilt sehr sorgsam mit den Finanzen, den Ressourcen und Möglichkeiten einer Stadt umzugehen, damit Spittal auch weiterhin eine Vorzeigestadt, nicht nur in Kärnten, bleibt.
Bei manchen unserer MitbürgerInnen ist die warnende Botschaft noch nicht ganz angekommen. Man glaubt nach wie vor, dass es so weitergehen wird wie bisher. Weniger Einnahmen durch den Bund, extrem höhere Abgaben an das Land, lassen die ohnehin knappen Budgets noch schwieriger werden. Wünschenswertes muss vorerst hinter Notwendiges gestellt werden. Wer diese Formel nicht berücksichtigt, wird am Ende des Tages dafür die Zeche zahlen.
Mir macht meine Arbeit für Spittal und unsere BürgerInnen heute noch gleich viel Spaß und Freude wie am ersten Tag. Es gibt noch so viel zu tun, gemeinsam mit meinen Freunden aus dem Stadt- und Gemeinderat werden wir auch künftige soziale und wirtschaftliche Hürden meistern.
Ich habe die Absicht unser City Taxi, eine österreichweit einmalige Service-Einrichtung, die wir vor mittlerweile vor fast zwei Jahrzehnten eingeführt haben, nochmals in eine interne Diskussion im Rathaus einbringen. Unser Spittaler Modell sollte, trotz aller notwendigen Sparmaßnahmen, nochmals aktualisiert und den Bedürfnissen der Jugend und der älteren Bevölkerung angepasst werden.
Der Frühling nimmt langsam wieder seine Arbeit auf, die ersten Frühlingsboten werden sichtbar und auch unsere Veranstaltungs-Aktivitäten in der Stadt starten mit dem 20. Spittaler Autosalon ein buntes und attraktives Informationsangebot für unsere Bevölkerung und Gäste aus ganz Kärnten. Ich würde mich freuen, auch Sie bei dieser Jubiläumsveranstaltung im Herzen unserer Stadt begrüßen zu dürfen.