Vorschau | Ausstellung "Die Kuh als Seele" ab 13.03.2026 | GALERIE PORCIA
Theresa Beitl in der Galerie im Schloss Porcia
Ausstellung „Die Kuh als Seele“
Eine Provokation? Vielleicht, oder eine sehr alte Wahrheit. In der Galerie Porcia, im fünf Meter hohen Kellergewölbe aus Flusssteinen, archaisch und kraftvoll, öffnet sich ein Raum, der tiefer reicht als jede kunsthistorische Einordnung. Hier begegnet man einem Blick. Ruhig, tief und gegenwärtig.
Mit ihrer Serie „Caput Bovis“ führt die Berliner Malerin Theresa Beitl das Rind ins Zentrum der zeitgenössischen Kunst – nicht als Motiv, sondern als Erscheinung. Ihre großformatigen Arbeiten entstehen aus übereinander fließenden Acrylschichten. Aus dem Dunkel tritt ein Haupt hervor. Kein Symbol, kein Dekor, sondern ein Gegenüber. „Die Kuh als Seele“ meint keine Sentimentalität, es ist die Behauptung einer Verwandtschaft.
Seit Jahrtausenden gilt das Rind als tragendes Wesen menschlicher Kultur – nährend, geduldig, kraftvoll. Doch jenseits aller Mythen liegt eine noch radikalere Vorstellung: dass Mensch und Tier aus demselben Stoff entstanden sind: Aus Atem, aus Erde, aus Bewusstsein.
In „Caput Bovis“ verdichtet sich diese Idee zur Essenz. Hier geht es weniger um das individuelle Tier als um eine beseelte Präsenz, die durch das Tier sichtbar wird. Nicht das psychologische Porträt steht im Vordergrund, sondern das Archaische, das Überzeitliche – eine Kraft, die älter ist als jede Trennung von Mensch und Tier.
Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Auswahl sensibler Einzelporträts, in denen Theresa Beitl auch das je eigene Wesen eines Tieres sichtbar macht. In der Galerie im Schloss Porcia entfalten diese Häupter eine beinahe sakrale Wirkung. Wer hier blickt, wird zurückgeblickt. Wer unterscheiden will, spürt Nähe. Vielleicht ist es diese alte, fast vergessene Gewissheit, die in den Bildern aufscheint: Dass wir nicht getrennt sind, dass wir aus demselben Ursprung geformt wurden und dass Würde kein ausschließlich menschliches Privileg ist.
Vernissage und Künstlergespräch: 13. März 2026, 19 Uhr, Galerie Porcia
Ausstellungsdauer: 14.03. bis 17.04.2026
Öffnungszeiten: Mi 13 bis 16 Uhr, Do 13-18.30 Uhr, Fr 10-12 Uhr, Sa 14 bis 16 Uhr
Aktuelle Ausstellung
"Poesie der Landschaft"
Ort: Galerie im Schloss Porcia, Spittal an der Drau
Vernissage: 6. Februar 2026, 19:00 Uhr, Galerie Porcia
28. Februar 2026, 18.30 Uhr : „Wenn Landschaft unser Wesen berührt“,
Gespräch und Meditation mit Erwin Frohmann, Galerie Porcia
Ausstellungsdauer: 7. Februar bis 6. März 2026
Öffnungszeiten: Mi 13 bis 16 Uhr / Do 13 bis 18.30 Uhr / Fr 10 bis 12 Uhr / Sa 10 bis 12.00 Uhr
Es gibt Momente, in denen Landschaft uns berührt, ohne dass wir wissen warum.
Ein Blick in die Weite, ein bestimmtes Licht, ein stiller Weg – und etwas in uns antwortet. Oft bleibt dieses Erleben unausgesprochen, wie eine leise Sehnsucht oder eine Erinnerung, die sich nicht festhalten lässt.
Die Ausstellung „Poesie der Landschaft“ lädt dazu ein, diesem inneren Erleben Raum zu geben und es zu vertiefen. Sie öffnet einen Erfahrungsraum, in dem Landschaft nicht betrachtet, sondern ihr begegnet wird – mit allen Sinnen, intuitiv und persönlich.
Im Zusammenspiel von Bildern, Texten, Steinskulpturen und Musik entsteht eine Atmosphäre, die es den Besucherinnen und Besuchern erlaubt, bei sich selbst anzukommen. Jede Wahrnehmung ist dabei gültig, jeder Zugang individuell. Die Ausstellung richtet sich nicht an ein bestimmtes Vorwissen, sondern an das, was im Inneren bereits vorhanden ist.
In achtsamer Begegnung wird erfahrbar, was viele vielleicht nur erahnen:
dass Landschaft nicht nur außerhalb von uns existiert, sondern sie sich im Empfinden, im Körper, im inneren Raum fortsetzt – und wir Teil dieses lebendigen Zusammenhangs sind.
So kann sich etwas verschieben: Nicht spektakulär, sondern still.
Man verlässt die Ausstellung vielleicht mit einem feineren Gespür, einem wacheren Blick, einer vertieften Aufmerksamkeit für die Landschaft, die einen umgibt.
Nicht weil sie sich verändert hat, sondern weil sich der eigene Zugang zu ihr erweitert hat. Und das achtsame Bewusstsein nicht im Ausstellungsraum endet, sondern in die eigene Erfahrung des Landschaftraums mitgenommen werden kann.
Mitwirkende:
Erwin Frohmann, Landschaftsbilder und Texte
Landschaftsarchitekt, Biologe und Geomant, geboren 1957 in Feldbach (Steiermark).
Seit über 40 Jahren tätig im Bereich der Wechselwirkung von Mensch und Landschaft, mit dem Schwerpunkt auf herzzentrierter und introspektiver Raumwahrnehmung.
Thomas Györi, Steinskulpturen
geboren 1972 in Hollenstein an der Ybbs (Niederösterreich).
Seit vielen Jahren im dialogischen und intuitiven Arbeiten mit Stein tätig. Seine Skulpturen entstehen aus der unmittelbaren Begegnung mit dem Material und spiegeln eine tiefe Verbundenheit mit den Kräften der Erde und der Landschaft wider.
Die musikalische Umrahmung erfolgt durch Hintergrundmusik des Ensembles Monsona

Die Galerie
Die Entstehung, Geschichte und Lesenswertes rund um die Galerie im Schloss Porcia ...




